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Arbeit zum Text
Translocality
von Susanne Rohs
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Anne-Katrin Puchners Arbeiten strahlen Experimentierfreudigkeit aus. Ideen, Bilder und Dinge werden nicht hingenommen, sondern hinterfragt, auseinander genommen und in neuem Kontext wieder zusammengebaut - oft dabei so verdichtet, dass nur noch die Idee einer Form bestehen bleibt. Heraus kommen dabei Arbeiten, die sich der Greifbarkeit entziehen, die etwas Flüchtiges, nicht Dauerhaftes ausstrahlen – das Vergängliche ist allgegenwärtig.

Das Spannungsfeld zwischen Bewegung und Starre wird durch die verwendeten Materialien Karton und Teer thematisiert. Karton als Transport- und Recyclingmaterial und Teer, der immer fließt, nie ganz durchhärtet. Anne-Katrin Puchner arbeitet sehr raumbezogen. Das Thema dieser Ausstellung lautet Translocality. Der Begriff kommt aus dem kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Er beschreibt den Austausch von Ideen, Waren und Dienstleistungen, der in Asien und Afrika schon seit hunderten Jahren von vielen Kulturen praktiziert wird. Und Austausch ist es auch, was Anne-Katrin Puchner in dieser Ausstellung erforscht.

Wie verändern sich Installationen, die für einen bestimmten Raum entwickelt wurden oder auch scheinbar autonome Objekte, indem sie in einem neuen Kontext gezeigt werden? Wie Versatzstücke werden sie mit dem neuen Kontext abgeglichen und dabei verändert. Es geht ihr um das neu formieren, das Resultat von Transfers, die Veränderungen, die die Interaktion und die Verbindung von Orten, Betrachtern und Konzept hervorbringen.